WDF-IDF: Was ist das und wie nützlich ist die Termgewichtung wirklich?

Die Formel WDF*IDF will zwar nicht die „neue Keyworddichte“ sein, dennoch wird sie von einigen SEO-Bloggern als die Ablösung der Keyworddichte als Instrument zur Onpage-Optimierung bezeichnet.

Und auch wenn viele Suchmaschinenoptimierer auch heute noch „keyworddichte-optimierte“ Inhalte ins Netz stellen und damit Erfolg haben, schaffen oft nach WDF-IDF optimierte Texte bessere Rankings (und wenn ich das sagen darf: Auch oft mehr Rankings im Long-Tail-Bereich als sich die Keyworddichte-Optimierer das nur träumen können).

Doch ich möchte behaupten, dass viele SEOs die derzeit auf dem Markt befindlichen Tools anwenden, ohne darüber nachzudenken, wie eine mächtige Suchmaschine wie Google eine Page betrachtet und Content von „dekorativem Beiwerk“ oder einfach „seitenübergreifendem Template“ unterscheidet (was die WDF*IDF Tools, die ich kenne derzeit nicht in der Lage sind zu tun).

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Dies soll kein Angriff an die Verfechter oder „Propheten“ dieser Formel sein. Denn Prophet Karl zum Beispiel hat sie durchaus durchschaut und weiß sie effektvoll einzusetzen. Anders als es die große Masse da draußen in der freien SEO-Wildbahn, die sich auf WDF-IDF Tools verlassen und sie nicht richtig zu deuten wissen.

Was ist der Sinn von WDF-IDF?

Ich möchte zunächst einmal versuchen mit möglichst einfachen Worten nicht den Aufbau der Formel (die gerne ungenau als WDF*IDF abgekürzt wird) zu erklären, sondern, die Idee, die dahintersteckt. Ich denke, dass so die Idee einfacher verstanden werden kann:

  • Je öfter ein Begriff in allen Dokumenten vorkommt, die für einen Suchbegriff relevant sind, desto wichtiger ist dieser Begriff also für den Suchbegriff
  • Je weniger oft dieser Begriff nun in allen(!) Dokumenten (inklusive denen, die nichts mit dem Suchbegriff zu tun haben) vorkommt, desto genauer beschreibt dieser Begriff das Thema des Suchbegriffs
  • Diese „Prozedur“ nun quasi über jeden einzelnen Begriff aller für den Suchbegriff relevanten Dokumente „gezogen“ zeigt dir eindrucksvoll jedes Wort, dass sinnvoll ist das Thema um den Suchbegriff zu beschreiben.
  • Dies ergibt quasi die „begriffliche DNA“ eines Artikels, der für einen bestimmten Suchbegriff relevant sein soll.

Möchte man nun gezielt einen Beitrag für Google optimieren wählt man natürlich als Ausgangslage Dokumente, die Google als relevant für den Suchbegriff betrachtet.

Wer gerne weitere Erläuterungen mit anderen Worten (und gerne auch theoretischer, mit mehr mathematischen Grundlagen) lesen möchte (um das Thema WDF*IDF wirklich zu verinnerlichen) wählt einen der gefühlt 100 Beiträge zu dem Thema (hier ein paar zur Auswahl):

Doch lasst uns auf darauf konzentrieren weshalb ich hier behaupte dass weder Keyworddensity noch WDF*IDF derzeit von vielen SEOs so eingesetzt werden, wie dies getan werden sollte um so richtig effektiv zu sein.

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Beginnen wir bei der Keyworddichte

  • Es gibt immer noch (Anfänger?-)SEOs da draußen, die ihren Kunden sagen sie sollten eine „gesunde“ Keyworddichte von 2 – 3 % (oder gar 5 % und drüber) in ihre Webseite bringen, um Google das richtige Signal zu liefern.
  • Die clevereren SEOs haben erkannt, dass es eine Keyworddichte-Grenze geben muss für jedes einzelne Keyword auf das sie optimieren, ab der es „spammy wirkt“. Hat die auf Position 1 rankende Seite also eine Keyworddichte von 1,5 % sollte man nicht mehr KWD einsetzen (sagen sie dann). Hat die Position 1 eine Keyworddichte von 5 %, kann man sich an diese Keyworddichte ohne Gefahr heranwagen (sagen sie dann).
  • Die noch intelligentere SEOs analysieren nicht allein Seite Nummer 1, sondern mindestens die 10 auf der Google-SERP Seite 1 rankenden Seiten und ermitteln eine Minimum-Keyworddichte, einen Maximum-Wert und einen Idealwert (noch cleverer: unter Berücksichtigung von Linkstärke. Je stärker das Linkprofil, desto weniger Aussagekraft hat die Keyworddichte, da sie als alleinstehendes Signal „überstimmt“ wird).

Also ist die Keyworddichte tot? Nein!

  1. WDF*IDF ermittelt zuerst Idealwerte von der Keyworddichte deines Keywords aus der Auswahl der ermittelten Dokumente.
  2. Dann wird die Keyworddichte aller weiteren Worte dieser Dokumente ermittelt.
  3. Als nächster Schritt werden diese Worte und „Densities“ alle zueinander und vor allen Dingen zu „Deinem“ Keyword in ein Verhältnis gesetzt.
  4. So erfährst du nicht alleine wie oft deine Seite/Dokument das gewünschte Keyword enthalten sollte, sondern auch wie oft andere Worte enthalten sein sollten, die eine intelligente Suchmaschine wie Google als sinnvoll erachten würde, um eine Seite für das Wunschkeyword ranken zu lassen.

Und damit du dich nicht mit der achso komplizierten Formel herumschlagen musst, bieten nun Tools wie Onpage.org, Seolyze.com, Xovi und sicherlich auch Karl Kratz’s eigenes Tool der Karl’s Core (nur für gewerbetreibende Endverbraucher bestimmt) Werkzeuge im Paket die mit jeweils leicht anderen Gewichtungen nette Grafiken und Wortlisten ausspucken, auf die nun „optimiert“ werden kann.

Alle diese Tools haben sicherlich eine gewisse Berechtigung auf dem Markt und geben dem SEO ein Werkzeug zur Hand, dass ihre Onpage-Optimierung verbessert. Aber das ist bei weitem noch nicht perfekt! Es geht noch besser!

Man kann das Ganze noch näher an Google angleichen – aber das können die meisten Tools nicht bieten (Naja, Onpage.org könnte es vielleicht – aber ich bezweifle ganz stark, dass sie es derzeit schon machen (Ich freue mich auf Kommentare, die das Gegenteil belegen 😉 ))

Wie nützlich sind dann eigentlich WDF-IDF Tools?

Sind diese ganzen Online-Tools, die eine Seite analysieren und KWD oder WDF-IDF Ergebnisse ausspucken „Schrott“? Diese Frage lässt sich mit Jain beantworten. Das liegt daran wie Google Webseiten analysiert.

  • Schon lange beachtet Google nicht mehr den gesamten Einhalt einer einzelnen Seite!
  • Google analysiert schon längst tiefergehend.
  • Google erkennt und wertet Page-Layouts aus.
  • Google erkennt was ist Part des Templates – immer wiederkehrend auf allen (oder vielen) Unterseiten einer Website.
  • Google erkennt was ist der eigentliche Content einer Seite.

Und genau dort liegt der Fehler der KWD und WDF*IDF Tools – Sie beziehen immer das Template in ihre Kalkulationen mit ein und verfälschen so die Ergebnisse

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Und es geht noch weiter: Die Tools beachten alle(!) nicht welche weiteren externen Faktoren dem Dokument dazu verholfen haben eine gute Position zu erreichen.

  • Noch heute können ausreichend starke Links eine inhaltslose/arme Seite auf Top-Positionen befördern.
  • Social Signals werden immer stärker und können (zusammen mit Links) eine inhaltsschwache Seite auf Google-Seite 1 verhelfen
  • Für die ESO-Fans: Gebete und das Gesetz der Resonanz haben einen bislang vernachlässigten Faktor auf Rankings.
  • Bidirektionale Linkgravitation wird heute schon von vielen SEOs eingesetzt und verfälscht

All diese Faktoren und viele mehr werden von WDF-IDF Tools vernachlässigt und viele Anwender dieser Tools wissen das nicht und sehen die Ergebnislisten als den „Heiligen Gral“ für ihre Onpage-Optimierung an.

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4 Kommentare zu WDF-IDF: Was ist das und wie nützlich ist die Termgewichtung wirklich?

  1. Florian sagt:

    A fool with a tool is still a fool. „Die Tools beachten alle(!) nicht welche weiteren externen Faktoren dem Dokument dazu verholfen haben eine gute Position zu erreichen. + Punkte unten drunter“. -> Darum geht es doch gar nicht? WDF*IDF ist ein Faktor oder einige wenige für Google und um den geht es.

    Dass es weitere Faktoren gibt ist doch wohl klar. Nur ist WDF*IDF kein zu vernachlässigender Faktor, gerade wenn man noch einen Schritt weiter denkt. Alles in allem kein guter Artikel hier.

    • htw sagt:

      Lieber Florian, gerade in diesem Punkt “Die Tools beachten alle(!) nicht welche weiteren externen Faktoren dem Dokument dazu verholfen haben eine gute Position zu erreichen“ liegt aber der das Problem, das ich aufdecken möchte: Alle WDF*IDF Tools, die ich kenne betrachten für ihre Analysen die Top-rankenden Dokumente ohne zu berücksichtigen, dass in das ein oder andere vielleicht deutlich(!) weiter hinten läge, wenn nicht von irgendwo massive Linkpower herkäme.

      So „verwässern“ sich diese Tools ihre Auswertungen ungemein. Hier würde es allein schon helfen, wenn der User dieser Tools eine Vorauswahl der zu untersuchenden Dokumente treffen könnte – oder zumindest aussortieren könnte (unter der Voraussetzung, dass der SEO selbst einzuschätzen vermag, ob denn eventuelle andere Faktoren bei dem Ranking dieser Domain eine „zu dominante“ Rolle spielen könnten im Vergleich zu den anderen Rankings).

  2. Alexander sagt:

    Meiner Meinung ist ja jeder Gedanke an Keyword-Dichte und magische Formeln usw. einfach vollkommen verschwendet. Lieber schauen, dass man Inhalte produziert die die Community shared, verlinkt und die einem neue Leser verschafft.

    SEOs schauen viel zu viel auf Formeln und Details. Dabei sind das einfach so unwichtige Faktoren… Schau dir die wirklich erfolgreichen Seiten an… Die denken nicht mal über so einen Blödsinn nach. Buzzwords sind für Leute die keine Ahnung haben 😀 Dein Artikel ist super geworden, wenn auch wenig wissenschaftlich.

  3. Viktor sagt:

    In meinen Augen stellt WDF-IDF nur ein sehr geringes Potential dar, was von vielen überbewertet wird. Meinen Erfahrungen zur Folge ist diese Methode der letzte Feinschliff eines Projektes.

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