Was sind gute Blognamen und wie wichtig ist der Name eines Blogs?

Der Name des Blogs ist aus meiner Sicht der wichtigste Teil für ein Blog. Viele Faktoren können sich positiv oder negativ auf den Namen auswirken und bei der Namensfindung ist es sehr wichtig auf diese Faktoren einzugehen. Daher ist eine sorgfältige Entwicklung eines Blognamens sehr wichtig. Ich weiß noch sehr genau, dass ich für meinen Blognamen über zwei Wochen recherchiert und ausgewertet habe. Schon damals machte ich mir ständig Notizen, verglich Pro und Contras, prüfte Marken rechtliche und Marken psychologische Aspekte. Es dauert einfach eine Weile bis einem ein freier und guter Name einfällt.

Arten von Markennamen

Markennamen kann man nach Ihrer Bedeutung klassifizieren. Es gibt Markennamen ohne eine Bedeutung (Apple), mit einer Bedeutung (eBay), mit einem Bezug zum Produkt (Google) oder ohne ein Bezug zum Produkt (Bing). Welche Art von Markennamen für Blogs generell gut funktionieren, kann man allgemein leider nicht beantworten. Etwa kann es durchaus ein Vorteil sein, wenn man gleich den Nutzen hinter dem Angebot am Namen erkennt. Jedoch Kunstnamen die im ersten Moment nicht den Nutzen erkennen lassen, wirken Individueller und Unterscheidungskräftiger. Auch ist bekannt das Kunstnamen wie Google oder IKEA sich in den Köpfen “tiefer” einbrennen, weil sie etwas völlig neues darstellen und sich im Idealfall zu einem Gattungsbegriff entwickeln. Beispiele für Gattungsbegriffe: Wir suchen nicht, wir googeln; der TESA, die FLEX, der FÖN etc. In wie Weit natürlich Gattungsbegriffe in der Bloggerwelt entstehen werden, ist heute nicht abzusehen. Aber was steht dem Gedanken entgegen das wir in naher Zukunft nicht mehr in Social Networks teilen sondern nur noch alles mashablen?

Eigenschaften von guten Blognamen

Blognamen sollten vorzugsweise kurz sein, damit man sich ihn einprägen kann. Gute Beispiele sind hier eisy, bohncore, seomoz, Mashable, und viele mehr. Ist der Blogname zu lang, werden die Leser ihre Schwierigkeiten haben, sich an diesen zu erinnern und man verliert den Kontakt zu dem Blog. Manchmal kommt es sogar vor, das Leser den Blogs Abkürzungen verpassen und der eigentliche Name in Vergessenheit gerät. Etwa das englische Promi-Klatsch-Blog tmz. Wer weiss schon, dass die Thirty Mile Zone heißen? Kürzere Namen sind leichter zu merken und Abkürzungen sind oft erfolgreicher als ihre Pendants. Also sollte man lange Namen vermeiden und kurze Namen oder Kurzformen kreieren.

Neben der Kürze des Namens, spielt auch die Würze des Namens eine große Rolle

Mit Würze meine ich:

  • Ist der Name leicht zu merken? (Simple und Einsehbar)
  • Ist er oder klingt er einzigartig? (Einmalig)
  • Ist er aussagekräftig und versteht man seine Botschaft? (Ausdrucksstark)
  • Ist er Schutzfähig? (Marken fähig)

Daneben sind auch folgende Aspekte zu beachten, die aber aus meiner Sicht, nicht gemeingültig sind:

  • Ist er grafisch zu verwerten?
    Erläuterung: Kann man ein Logo oder ein Slogan daraus ziehen?
  • Ist er Integrierbar?
    Erläuterung: Im Falle von Corporate Blogs stellt sich die Frage der Integrierbarkeit des Namens in das bestehende Markenbild oder in die bestehende Unternehmensstrategie.
  • Zieht der Name räumliche, sachliche oder zeitliche Grenzen?
    Beispiel: “RheinMainblog” = räumliche Grenzen, “Linkbuildingblog” = sachliche Grenzen, “SEO Trendblog” = zeitliche Grenzen
  • Ist er juristisch bedenkenlos?
    Beispiel: Facebookbiz bekam Marken rechtliche Probleme und wandelte später den Namen in futurebiz um.
  • Kann man mit dem Namen positive Emotionen binden oder verursachen?
    Beispiel: “Selbstständig im Internet” = neutrale Wirkung und irgendwie emotionslos – besser “Erfolg im Netz” = suggeriert mit Erfolg “Freiheit, Unabhängigkeit”, was positive Gefühle sind. Persönliche Anmerkung: Beide Namensvarianten erachte ich nicht für gute Blognamen, da sie austauschbar sind und zu sehr mit negativen Ressentiments zu kämpfen haben.

Bewertung von Blognamen

Mit den oben genannten Fragen kann man sich Bewertungskriterien festhalten und entsprechend die Entwürfe nach einer Skala oder Schulnote bewerten. Zu beachten gilt, dass bei allen Überlegungen immer die Sicht der Leser relevant ist. Man kann Freunde, Bekannte oder Familienmitglieder mit einbeziehen in die Bewertung. Außenstehende sind meistens sogar die Besseren als wie die eigene Person. Vor allem beim psychologischen Aspekt von Namen ist die Einbindung von fremden Personen ein großer Vorteil. Hier könne Fragen wie, “Wie schnell lässt sich der Name wahrnehmen” oder “Wie schwierig ist der Name zu lernen?” in Form von Memory Spielen, spielerisch bewertet werden. Beispiel: Man schreibt 5-10 Namen, gut ablesbar und in gleicher Schrift, auf Papier und hält dem Spieler diese “Tabelle” 30 Sekunden vor und verdeckt nach der Zeit die Tabelle wieder. Der Spieler muss nun notieren welche Namen er beibehalten hat. Die ersten Namen die er aufnotiert, bekommen entsprechend Punkte oder Noten. Wenn man das mit ein oder zwei Personen macht, bekommt man ein Gesamtbild über die Erinnerbarkeit der Namen.

Hinweis: Es ist wichtig einem Blog einen griffigen Namen zu geben. Auch wenn der Begriff keinen Bezug zum Angebot vermittelt oder gar keine besondere Bedeutung hat, so kann der Name gerade wegen seiner Einzigartigkeit mehr bewirken. Viele Blogs im Netz sind beliebt, obwohl ihre Namen bedeutungslos sind. Typische Beispiele sind UARRR und Gizmodo. Obwohl ihre Namen nichts weiter bedeuten, wirken sie auf den Leser auf eine abstrakte Weise.

Bei gewissen Kriterien sind natürlich Personen gefragt, die sich in dem Fach auskennen (juristisch und grafisch etwa). Man kann aber mittels kostenlosen Abfragetools schon einiges vorher abklären.

Tools zur Namensentwicklung

Neben dem klassischen Stift und Papier gibt es im Netz eine Reihe an Abfragetools die einem die Prüfung von manchen Kriterien abnimmt oder ein wenig bei der Inspiration helfen. Da sind zuerst die Tools, die bei der Inspiration helfen:

Dot-o-mator:

Der Dot-o-mator kombiniert zwei Silben miteinander die selbst eingegeben werden können. Aber auch vorgegebene Endsilben oder Anfangssilben stehen zur Auswahl. Der Clou ist, das man gleich Domainnamen auf ihre Verfügbarkeit überprüfen kann. Leider ist aber die eine Abfrage der deutschen Endung nicht möglich. Auch ist die Eingabezahl von Wörtern auf maximal 15 beschränkt. Nicht desto trotz ist es ein hervorragendes Tools um Silben miteinander zu kombinieren.

Web 2.0 Name Generator von Dot-o-mator:

Der Web 2.0 Name Generator von Dot-o-mator erzeugt einzelne auf Zufall basierende Kunstnamen. Die erzeugten Namensvorschläge werden auf der rechten Spalte gesammelt und auch hier kann man gleich eine Domainabfrage starten.

Kombinator von Domaincrawler:

Der Kombinator von Domaincrawler kombiniert ebenfalls 2 Silben miteinander und erzeugt alle möglichen Varianten hieraus. Zudem bietet er an mit der Eingabe “s:Begriff” einen Suffix an jede Kombination hintendran zu stellen oder mittels der Eingabe “p:Begriff” einen Präfix vornedran zu stellen. Beispiel= p:web design master s:blog erzeugt Begriffe wie webdesignmaster, masterdesignblog, webmasterdesignblog etc. Die Kombinationen werden zum Teil auch mit dem Bindestrich getrennt, aber mit der Zusatzeingabe “ob:1? werden nur Namen erzeugt ohne Bindestriche.

Namensratgeber von Domaincrawler:

Mit dem Namensratgeber kann man ein Stichwort eingeben, wählt eines der 15 Kategorien aus und bekommt Namensvorschläge geliefert. Mit Umlauten und Sonderzeichen kommt dieses Tool jedoch nicht klar. Der Generator bietet ebenfalls im Anschluss eine Prüfung der Domainverfügbarkeit aus.

DomainTyper:

Ein sehr schneller Domainabfragetool mit dem man sehr sehr viele Endungen abfragen kann. Die Besonderheit bei dem Tool ist die sofortige Überprüfung von Whois Angaben für die 3 großen Endungen und den Besuch dieser Seiten. Noch besser sind die Domainnamensvorschläge aus denen man Blognamen entnehmen kann. Und obendrein werden noch sogenannte Domain Hacks angezeigt, die aber fraglich in der Nutzung sind, jedoch zur Kontrolle der Einzigartigkeit des Namens wertvoll sind.

NameChk:

Mittels NameChk lassen sich über 150 Social Media Dienste auf ein Schlag überprüfen ob ein Benutzernamen oder eine sogenannte “Vanity URL” (Einzigartige Adresse) bei den Portalen registriert sind. Ein wirklich tolles Tool!

Wörterbuchdienste (Woerterbuch, Woxikon, Duden):

Mit solchen Diensten kann man Synonyme, Abkürzungen, Verbe oder gar Reime zu unzähligen Begriffen finden. Die Möglichkeiten zum hantieren mit Wörtern ist fast unendlich.

Recherche bei öffentlichen Datenbanken

Handelsregister:

Beim gemeinsamen Registerportal der Länder ist eine freie Recherche nach Firmenamen möglich.

Deutsches Patent- und Markenamt:

Hier kann kostenlos nach bestehenden und abgelehnten Markennamen recherchieren. Leider ist eine Ähnlichkeitsrecherche ausgeschlossen.

HABM – Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt

Bei HABM kann man in der Gemeinschaftsmarkendatenbank CTM Online nach bestehenden Marken recherchieren

WIPO – World Intellectual Property Organization:

Bei der Weltorganisation für geistiges Eigentum kann man nach internationalen Marken recherchieren.

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2 Kommentare zu Was sind gute Blognamen und wie wichtig ist der Name eines Blogs?

  1. Alex L sagt:

    Hallo Florian,
    vielen Dank für diesen sehr interessanten Beitrag. Ehrlicherweise habe ich mich damals vor ca. 8 Jahren mit den Blognamen nicht sehr sehr befasst, kam jedoch auf den Namen „nternetblogger“ und heute sind es meine Domains mit .de, .org, .biz, .ch und so etwas.

    Ich finde, dass man sich meinen Blognamen schnell merken kann und es assoziiert mit dem Thema Blogging, da mein Blog auch zu solchen Themen geleitet wird. Aber auch „alexanderliebrecht“ kommt in meinen Domainnamen vor und so wollte ich es etwas individueller gestalten. Deinerseits oben erwähnten Tools nutzte ich beim Finden eines Namens eher nicht.

  2. MF sagt:

    Die Idee hinter dem Dot-o-mator ist interessant. Besonders durch die vielen bereits auswählbaren und nach Kategorie sortierten Endungen. Sowas auf deutsch wäre auch nicht schlecht.

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